Clemens Becker (1869 – 1961), SPD-Politiker

Kurzbiographie:

Clemens Becker, geboren am 20.09.1869 als katholischer Bauernsohn im sauerländischen Altenbüren, gestorben am 21.03.1961 in Lemgo, absolvierte nach der Volksschule zunächst eine Lehre als Stellmacher/Wagner und arbeitete in diesem Beruf bis 1901, zuletzt als Werkführer einer Wagenfabrik. Danach war er bis 1917 angestellter Geschäftsführer des Lippischen Konsumvereins in Lemgo und 1917-1920 Lagerverwalter der Lippischen Wirtschaftsgemeinschaft.

SPD-Mitglied seit 1890, war Becker 1897 Mitbegründer der Lemgoer SPD (als „Sozialdemokratischer Wahlverein“ und erste sozialdemokratische Ortsgruppe in Lippe überhaupt) und bis 1903 auch deren erster Vorsitzender. Seit 1898 war er Stadtverordneter in Lemgo und 1899-1908 auch Mitglied des Lippischen Landtags sowie Mitbegründer der Arbeiterwohlfahrt Lemgo.

Während der Novemberrevolution fungierte Becker vom November 1918 bis zum Februar 1919 als Vorsitzender des Lippischen Volks- und Soldatenrates, anschließend (Februar 1919 – Dezember 1920) wurde er erneut Mitglied des Lippischen Landtags und sogar Vorsitzender des Lippischen Landespräsidiums (also Ministerpräsident).

Zahlreiche Reichstagskandidaturen zwischen 1903 und 1928 blieben erfolglos.

Von Februar 1921 bis April 1933 war er erster Beamter des Verwaltungsamtes Brake mit dem Titel „Landrat“. Im März 1932 wurde er von der Wahrnehmung der Geschäfte befreit und ab Mai 1932 in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Mit dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ wurde Becker 1933 schließlich aus dem Landesdienst entlassen und ihm wurden sämtliche Versorgungsansprüche aberkannt.

Die Rehabilitierung erfolgte 1945, und 1945 – 1946 war er erster Lemgoer Nachkriegs-Bürgermeister.

1946 -1947 war Becker Vorsitzender des Lippischen Landes-Entnazifizierungsausschusses

(Stadtarchiv Lemgo)