Hände weg von „WhatsApp“ !

„WhatsApp“ ist im Besitz des Mega-Konzerns „Facebook“. Alle WhatsApp-Daten und -Inhalte kann Facebook speichern und verwenden. „Ist das eigentlich allen klar?“ fragte Eva Kukuk vom GMK-Team in der Medien-Fortbildung, die zum zweiten Mal im Kastanienhaus stattfand.

Fast alle Jugendlichen – 94 Prozent – nutzen die Kommunikationsplattform „WhatsApp“. An zweiter Stelle liegt „Instagram“ vor „Snapshot“. Nur ganz wenige nutzen noch „Facebook“ selbst. Eva Kukuk vom GMK-Team hatte dafür eine einleuchtende Erklärung: „Die Jugendlichen wollen sich nicht da bewegen, wo auch schon die meisten Erwachsenen sind.“

In der Medien-Fortbildungsveranstaltung im Kastanienhaus wurde jedoch schnell klar: Auch die Erwachsenen sind schon massenhaft auf WhatsApp unterwegs. „Wenn sich Gruppen im Kastanienhaus verständigen wollen, machen sie das über WhatsApp“, berichtete Petra Junghans. Die Plattform ist leicht zu bedienen, problemlos können Fotos und sogar Wortbeiträge mit verschickt werden.

Sind wir also der Verwendung unserer Daten mit unseren entsprechenden Gewohnheiten und Vorlieben und damit der personenbezogenen Beeinflussung und Werbung durch den Facebook-Konzern hilflos ausgeliefert? „Nein“, sagt Eva Kukuk, „wir haben Alternativen, die deutlich sicherer sind.“  Zum Beispiel die kostenlose App „SIGNAL“, die problemlos installiert und genauso leicht bedient werden kann. Sie bietet eine verschlüsselte Nachrichtenübermittlung und damit einen viel besseren Schutz der Privatsphäre.

„Wir sehen, dass selbst einzelne Staaten und ihre Rechtsprechung die Datenkrake „Facebook“ kaum beeinflussen können, „Facebook“ sich zudem noch trickreich vor angemessener Steuerzahlung drückt, dann gibt es nur die Möglichkeit, dass so viele wie möglich die  vorhandenen Alternativen nutzen“, fasste Rolf Eickmeier die Diskussion zusammen. Es wurde vorgeschlagen, auch im Kastanienhaus diese Alternativen bekannt zu machen.

Eva Kukuk informierte anschließend über die attraktiven Möglichkeiten vom „Instagram“ und „Snapshot“ Bilder und Filme auszutauschen. Aber auch bei der Nutzung dieser Plattformen lauern Fallstricke, auf die immer wieder deutlich hingewiesen werden muss – z.B. im Jugendzentrum. Nur so werden Jugendliche befähigt, kritisch zu sein und sehr bewusst diese Plattformen einzusetzen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung stand das „Cyber-Mobbing“ im Mittelpunkt. In welchen Formen geschieht das? Was steckt dahinter? Welche Folgen kann das haben? Die wichtigste Frage jedoch ist: Wie kann man sich gegen Mobbing wehren? Was soll man tun, wenn man betroffen ist? Wie wird man stark und clever genug, um sich zu widersetzen und nicht zum Opfer zu werden?

Zu all diesen Fragen gab es Beispiele und Ideen, die auch im Kastanienhaus eine Rolle spielen werden. Insgesamt – da waren sich alle einig – war das wieder eine anregenden Veranstaltung zur Medienbildung, vor allem natürlich, weil ganz konkrete Anwendungsmöglichkeiten im Kastanienhaus erörtert wurden.

Auch im kommenden Jahr soll die Zusammenarbeit mit dem GMK-Team fortgesetzt werden.

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