“After World”: Interview mit Yule und Sami

Heiße Beats in kaltem Raum

Interview mit den Nachwuchs DJs Yule Scholtissek und Sami Belarbi vom pädagogischen Mitarbeiter Folkert Streich.

Am Pult in ihrem Element – Sami und Yule

FS.: After World“, was ist das für ein Name?

Yule: Ja, so nennen wir unser Format. (lacht) Früher war das einfach bloß „JUZ-Party“, aber wir haben uns damit bereits etabliert. Das ist so angekommen. Wir geben jetzt die vierte Season. – „After World“ selbst hat aber keine spezielle Bedeutung.

Sami: Da klingt natürlich ein postapokalyptisches Gefühl an, so was wie „devote after“, eine zerborstene Welt, eine Welt dahinter und so. Das findet sich auch ein bisschen in unseren Dekos. Ich denke da an die Absperrbänder, Barrieren oder die Stahlträger.

Yule: Rustikal, einfach, pur (schlägt die Hände zusammen)

Sami: „After World“ ist bereits zu einem Label geworden. Da hatten wir gute Unterstützung von Verwandten und Freunden. Der weiße Schriftzug ist im Kopf angekommen. Die Farben dazu entsprechen unserer Lichttechnik.

Yule: Wir setzen auf kühle Töne in Lila und Blau.

Sami: Halt Club-Feeling, Großstadt-like.

Yule: Das werden wir dann in Folge immer weiter variieren.

FS: Und was war der zündende Funke? Party-Geben ist doch viel mehr Arbeit und Verantwortung als einfach hingehen und amüsieren. Ihr steckt richtig viel Zeit darein!

Sami: Na, wir wollten immer gern richtig feiern. Und da hat mal ein Kumpel das Jugendzentrum vorgeschlagen. Unser erster Start war aber schwierig, fast ein Reinfall. Und dann kam Yule dazu! (klopft ihm auf die Schulter)

Yule (schmunzelt): Ja, da wurde anfangs noch mit dem Laptop gemixt. – Da sind wir jetzt viel weiter. Ich hatte vorgeschlagen, das mal größer aufzuziehen und mit richtig Equipment zu wagen. Mir war das vertraut, weil mein Vater selbst siebzehn, achtzehn Jahre als DJ aktiv war und hatte dazu eine ganz selbstverständliche Perspektive. (überlegt kurz) Und Unternehmergeist hab‘ ich schon auch.

Sami: Und beim Marketing haben wir auch weitere Schritte gemacht. Anfangs sind da die Flyer stapelweise weggeworfen worden. Und das war damals richtig Geld für uns. (hält inne) Für Yule und mich steckt da viel mehr als bloß Arbeit dahinter.

Yule:Wir machen das ja nicht, um Geld zu verdienen. Arbeit sollte Spaß machen. Und DJ- sein, das ist auch ein Traum!

FS: Was bedeutet das für Euch, „DJ-sein“?

Sami: Die Leute in Bewegung zu bringen, zu sehen, wie sie voll abtanzen, das ist ein Ding!

Yule: Ja, wenn ich daran denke, wie als DJ 1300 Schüler beim Sommerfest vor mir hatte… Da war ich fünfzehn, ne vierzehn… Dann war das bereits ein Super-Gig!

Sami: (begeistert) Oder auf dem „Duck Down Festival“… Da hatte ich auch schon mal einen Einsatz. Das war…(stoppt) einfach cool!!!

FS: Und nach dem diesjährigen Jugendforum hier im JUZ habt Ihr Euch verstärkt?

Sami: Wir haben unsere Idee vorgestellt, als sich eine Gruppe von Interessenten fand.

Yule: Nicht alle sind in den Folgemonaten dabeigeblieben, aber das Theken-Team und die Aufbaumannschaft sind definitiv gewachsen.

Sami: Beim Jugendforum haben wir uns dazu mit allen möglichen Politikern unterhalten.

Yule: Sie haben sehr positiv reagiert und gleich verschiedene Möglichkeiten und Locations durchdacht.

Sami: Und es wurde auch die schwierige Logistik angesprochen, also ich meine vor allem die Situation mit den Stadtbussen und dem ÖPNV, wo sich auch eine Gruppe im Forum für stark gemacht hat. Für unseren Freitag hoffen wir natürlich auch auf Eltern-Fahrgruppen.

Yule: Im Moment haben wir natürlich noch keine genauen Zahlen. Es ist uns aber klar, dass die Unterstützungsmöglichkeiten seitens der Politiker von der Nachfrage unserer „AfterWorld“ abhängen wird. – Also hoffen wir auch in diesem Sinne, dass viele zu uns kommen.

Sami: Dann, meine ich, ist der Bedarf auch für zukünftige Veranstaltungen gut für alle sichtbar.

FS: Das heißt, Leute kommt, macht mit, tanzt, gemeinsam für unsere Belange. – Damit seid Ihr bei der AWO absolut richtig! Wir wollen das auch. – Aber Ihr seid natürlich nicht die Einzigen!

Sami (kneift die Augen zu): Ja, da ist natürlich noch diese Eisbahngeschichte. Die haben ihre Eröffnung genau auf unseren Termin gepackt.

Yule (genervt): Genau zur gleichen Zeit. Und später auch noch mit Feuerwerk. Kostenlos!

Sami: Wir waren am Boden zerstört, als wir das erfahren haben. Aber dann haben wir gedacht, das könnte auch eine Chance bedeuten: Die Jugendlichen kommen, gucken und quatschen und kommen zu uns rüber.

Yule: Wir wollen was bieten: Eine richtig krasse Lichtshow. Etwas, wo man einfach dabei gewesen sein will.

FS: Das klappt. Glaubt an Euren Biss. Ihr macht den Beat!