AWO im lippischen Integrationsnetzwerk

Das AWO-KastanienHaus ist seit je her Teil des Lemgoer Netzwerks zur Unterstützung von Flüchtlingen. Vor drei Jahren, auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszuzugs, fand im KastanienHaus eine öffentliche Veranstaltung statt mit dem Ziel der Koordinierung verschiedener Initiativen. So galt es, nach drei Jahren Zwischenbilanz zu ziehen.

Zu der Podiumsveranstaltung hatten eingeladen alle im Lemgoer Rat vertretenen Parteien, die Flüchtlingshilfe Lemgo, die kreisweite Initiative „Ankommen in Lippe“ sowie die Ev. Studierendengemeinde der Hochschule OWL. Im Podium diskutierten unter der Moderation von Dr. Katharina Kleine-Vennekate vom Kommunalen Integrationszerntrum Lippe Armin Schauf, Sven Heitländer vom Jobcenter Lemgo, die Schulsozialarbeiter*in Birgit Prophet und Michael Sauer, die Friseurmeisterin Havana Cavumirza und die direkt Betroffenen Muhammed Al Kandah und Saad Latif.

Durch die Schilderungen der beiden jungen Flüchtlinge konnte jeder nachvollziehen, vor welchen Hürden sie und alle anderen Geflüchteten in Deutschland standen und noch stehen. Neben den Sprachbarrieren und schwierigen sozialen Kontakten beschrieben sie die oft schwer zu durchschauenden bürokratischen Regelungen. Die Friseurmeisterin Havana Cavumirza knüpfte dort an, als sie die Probleme beschrieb, die beim Versuch entstehen, Geflüchtete einzustellen. Oft fehle auch die nötige Unterstützung der unterschiedlichen Behörden. Es gebe konkret bei allen Beteiligten eine große Unsicherheit.

Wichtig seien berufsorientierende Qualifizierung und berufsbegleitende Maßnahmen, die mit den Sprachkursen Hand in Hand gehen müssten.

Bei allem Willen zur Kooperation der Beteiligten stießen die Unterstützungs- und Integrationsabsichten zu oft an bürokratische Hürden, wurde festgestellt. Dennoch gebe es in vielen Bereichen eine positive Integrationskultur und viele Beispiele für eine konstruktive Zusammenarbeit von Geflüchteten, ehrenamtlich Engagierten und kommunalen Verwaltungen.

Die Integration von Geflüchteten bleibt eine schwierige Aufgabe. Die AWO wird weiterhin an dieser Aufgabe mitarbeiten, sei es im KastanienHaus-Begegnungszentrum oder als Teil der Initiative „Ankommen in Lippe“.

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